Hatchet

20061 h 25 min
Kurzinhalt

Der liebeskummerkranke Ben ist der einzige in seiner Studentenclique, der sich beim Ausflug zum Mardi Gras nach New Orleans weniger für die nackten Tatsachen auf der Bourbon Street als eine "Haunted Swamp Tour" zu den Arbeitsplätzen berühmter Serienmörder interessiert. Gemeinsam mit dem breitgeschlagenen Kumpel und ein paar weiteren Katastrophentouristen geht es hinaus in den nächtlichen Sumpf, wo weit schlimmere Überraschungen als hungrige Alligatoren auf die Ausflügler lauern.

Metadaten
Titel Hatchet
Original Titel Hatchet
Regisseur Adam Green
Laufzeit 1 h 25 min
Starttermin 27 April 2006
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Detail
Film-Details
Bewertung Gut
Trailer

„Hatchet“ ist eine klare Hommage und Liebeserklärung an die Blut-Exzesse der 80er Jahre. Mit dieser Mischung aus „Freitag der 13.“ und „Das Ding aus dem Sumpf“ dürfte es Green gelingen, aich einen Platz in den Herzen der Gorehounds dieser Welt zu ergattern. Allein schon weil Kane Hodder Viktor Crowley spielt. Zudem haben Robert England und Tony Todd einen Gastauftritt. Der Spass-Faktor ist für einen Horror-Film ebenfalls hoch. Natürlich kommt er noch nicht an die grössten Filme dieses Genres heran, braucht sich aber auch nicht hinter diesen zu verstecken. Ein buntes Knallbonbon, dass man sich als Fan des Genres unbedingt geben sollte.

Der Inhalt klingt alles andere als originell – und er ist es auch nicht. „Hatchet“ (deutsch: Beil oder kleine Axt) hat seine Qualitäten in ganz anderen Bereichen. Der Beginn ist zugegebener Massen etwas sehr unglücklich ausgefallen. Neugierig darauf, was da im Sumpf lauert, macht der Splatterauftakt zunächst nicht, und auch der Humor sitzt noch nicht richtig. Zum Glück tröstet der Cameo-Auftritt von Horror- und B-Movie-Star Robert „Freddy“ Englund etwas über die ersten Minuten hinweg. Dranbleiben lohnt sich auch, denn im Folgenden findet der Film immer besser seinen Ton und im weiteren Verlauf greift die Parodie. Es gibt noch einen kleinen Auftritt von „Candyman“ Tony Todd, aber erst als Ben, Marcus und die Reisegruppe im Sumpf verloren gehen, kommt der Film in Fahrt und das ist manchmal wirklich komisch. Herrlich sind nicht nur die beiden ungleichen Freunde – der introvertierte Ben und der partysüchtige Marcus – sondern auch die anderen Figuren, die Regisseur Adam Green („Spiral“) in die Sümpfe schickt, wie zum Beispiel die beiden freizügigen Tussies Misty und Jenna, die glauben an einer freizügigen Filmproduktion des lüsternen Dark Shapiro beteiligt zu sein. Auch den anderen Teilnehmern der „Haunted Swamp Tour“ sieht man gerne zu. Vor allem Gruppenleiter Shawn (Parry Shen), aber auch Mr. und Mrs. Permatteo (Richard Riehle, Patrika Darbo) sind für einige Lacher gut.

Doch „Hatchet“ ist nicht nur ein Film, über den man lachen soll, dementsprechend hart sind auch die Splatterszenen. Hier werden Gliedmassen aus den Gelenken gedreht, Körper zerrissen, gespalten oder mit einer Schleifmaschine bearbeitet. Wer keine Lust auf ein derartiges Massaker hat, ist definitiv im falschen Film. Und noch ein kleiner Hinweis für Fans: Mordmaschine Crowley wird von Kane Hodder, dem Jason-Voorhees-Darsteller, gespielt. Die Originalität der genannten Szenen bewegt sich grösstenteils über dem Durchschnitt, kann aber selten wirklich begeistern. Die übertriebenen Splatterszenen gewinnen ihren Charakter eher durch das stets präsente Augenzwinkern, mit dem Green Versatzstücke des Genres aneinander reiht. Erst durch dummlustige Dialoge („Das tut doch weh“), eine sumpfige Atmosphäre, den schwungvoll-ironischen Soundtrack mit zum Beispiel Marilyn Mansons „This is the new shit“ (2003) und allgegenwärtigen Trashflair wird „Hatchet“ zu dem Partykracher, der er ist.

Doch auch wenn der Film seine Vorbilder so wunderbar durch den Kakao zieht, machen sich gewisse Ermüdungserscheinungen vor allem in der zweiten Filmhälfte bemerkbar. So gut die Parodie auf und die Hommage an die 80er-Jahre-Vorbilder stellenweise funktionieren – mit der bewusst einfach gehaltenen Geschichte stellt sich Adam Green selbst ein Bein. Richtig spannend wird es nie und leider ist Green weder ein Sam Raimi (Evil Dead) noch ein Peter Jackson (Brain Dead), die auch mit begrenztem Budget und schmalem Szenario allein durch ihren Inszenierungsstil locker 90 Minuten oder mehr unterhalten können. Wegrennen, anhalten und beratschlagen, wegrennen, anhalten… auf Dauer ist dieses Schema etwas zu monoton. Sicher, es macht einen Unterschied, ob absichtlich oder aufgrund blosser Einfallslosigkeit die überstrapazierten Motive des Genres aneinander gereiht werden. Er ist allerdings nicht so groß, wie es sich Adam Green wahrscheinlich gewünscht hat. Ein bisschen mehr Originalität hätte dem Film gut getan.

Hatchet ein Horrorspass! Zu Beginn braucht der Film zwar etwas Anlauf, sobald allerdings die blutigen Kills endlich einsetzen und es anfängt fontänenartig Blut zu spritzen, geht es gut ab und macht wirklich richtig Spass, auch wenn man der Produktion das schmale Budget durchaus anmerkt. Wenn die Geschichte noch etwas mehr ausgeschmückt worden wäre, hätte das ein ganz Großer werden können. Adam Green ist mit „Hatchet“ ein kleiner, nostalgischer Ausflug in die Goresümpfe vergangener Jahre gelungen. Leider schleppt der Regisseur auch die Schwächen des Genres mit. Massig Gags, (abgetrennte) Glieder und Gedärm machen „Hatchet“ aber immerhin zu einem launigen Vergnügen für echte Fans. Wer auf viel Blut, Splatter und ein paar flache Gags steht, hat für einen feuchtfröhlichen Videoabend den richtigen Film gewählt. Anschauen lohnt sich!