The Void

Es gibt eine Hölle. Das hier ist schlimmer.

20171 h 30 min
Kurzinhalt

Die gemütliche Nachtschicht von Sheriff Carter (Aaron Poole) kommt zu einem jähen Ende, als ihm ein blutüberströmter Mann vor das Auto läuft. Carter bringt den Verletzten in ein nahe liegendes Krankenhaus, doch dadurch gerät die illustre Schar aus Angestellten und Patienten in große Gefahr. Plötzlich tauchen zwei mysteriöse Jäger auf, die den Tod des Mannes wollen, bewaffnete Kultisten, die jeden Fluchtversuch vereiteln und im Gebäude mutieren die ersten Opfer zu ekelhaften Schleimmonstern. Das Tor zur Hölle wurde aufgestoßen und Carter führt die Überlebenden bei ihrem Versuch, dem Horror zu entkommen, an.

Metadaten
Titel The Void
Original Titel The Void
Regisseur Jeremy Gillespie, Steven Kostanski
Laufzeit 1 h 30 min
Starttermin 7 April 2017
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Detail
Film-Details
Bewertung Nicht schlecht
Trailer

Fans von John Carpenter, die schon seit Ewigkeiten auf einen Film warten, der denselben Ekel und Terror wie in Carpenters „Das Ding“ wieder einfängt, können sich freuen. Mit „The Void“ verbeugt sich das Regie-Duo Jeremy Gillespie und Steven Kostanski vor Carpenters Werken der 80er Jahre und liefert einen nicht minder intensiven und erschreckenden Horrorfilm, voller ekliger Gore-Effekte. Stimmung, Atmosphäre, Setting, Maske und Schauspieler vermögen zu gefallen, auch wenn die Story teilweise etwas lückenhaft ist und einem am Ende etwas im Dunkeln stehen lässt. Allein schon die Tentakeln sollten das Herz eines jeden „The Thing“-Fans höher schlagen lassen.

Nicht nur die Fans lieben die 80er, auch die aktuelle Generation kommender Filmemacher verehren Filme wie „The Thing“, „The Beyond“ oder „Hellraiser“. Und in „The Void“ greift ein gruseliger Kult ein Krankenhaus an, gibt es glitschige Tentakelmonster und eine Art Tor zu einer höllischen Paralleldimension. Ein kranker Retro-Spass, überraschend humorlos dargeboten. Ich hätte viel mehr Trash von den Machern von „Manborg“, „“The Editor“ oder „Father’s Day“ erwartet, doch „The Void“ ist deren bisher bester, reifster und vorallem ernstester Film. So weit das bei diesem Thema denn möglich ist. „The Void“ schustert sich viel zusammen, ist sicher wenig innovativ und die Story ist wirrer als die Regeln von American Football. Dazu fehlen leider wirklich sympathische und gut gezeichnete Charakter, doch was solls, der Film sieht einfach nur geil aus und der Abstieg in die Hölle macht ne Menge Spass. Viele Filme versuchen Retro und Nostalgie, „The Void“ gelingt es.

Dabei wirken die vielen Versatzstücke nie zu sehr geklaut, von Pinhead bis Kreaturen direkt aus Silent Hill oder der eingepferchten Situation live aus einem Carpenter-Film. Der Look ist richtig schön psycho, eklig und abgefahren, da kann selbst „Baskin“ einpacken. Allein wegen der handgemachten Creature-Effekte ein kleiner Horrorfilmfan-Orgasmus. Wäre der Film vor 30 Jahren erschienen, wäre er heute ein absoluter Klassiker. Irgendwo in diesem Best-of-Mischmasch besserer Filme steckt Potenzial für ein schönes Midnight Movie, doch das Regisseurteam ist leider nicht in der Lage, es auszuschöpfen. Statt Schrecken verbreitet der Film Hektik und vergisst zwischendurch einfach immer wieder, die Spannungsschraube anzuziehen. Das letzte Drittel schliesslich geht dann vollends im Chaos unter. Was bleibt sind ein paar interessante Ideen und Szenen, die aber für diesen Film beinahe zu schade sind. Gerne mal in einem Remake, dann auch gerne mit Talent vor und hinter der Kamera. Insgesamt aber ein spannender, abgedrehter, mystischer Monsterfilm, den man durchaus weiterempfehlen kann. Schöne Hommage an Carpenter, Barker, Fulci, Toyama, King & Co… Ob das alles einen Sinn hat, sei bezweifelt, doch der Weg, die Optik und die kranke Ästhetik waren hier das Ziel, dass vollends erreicht wurde.