Album Review: Mortal Peril – Walking On Hellish Trails

In der letzten Zeit bekommt man wieder häufiger Oldschool-Thrash-Metal zu hören und so sind auch „Mortal Peril“ Vertreter dieses Genres. Mit „Walking On Hellish Trails“ veröffentlichten die Kölner vergangenen Monat ihr Debüt-Album. „Mortal Peril“ wurden im Jahr 2010 von Schlagzeuger Jonas Linnartz und Bassist/Sänger Jan Radermacher im Industrie-Kaff Wesseling gegründet und machte 2012 mit ihrer EP „Of Black Days And Cruel Alliances“ zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Mit ihrem Debütalbum „Walking On Hellish Trails“ lassen Mortal Peril gut abgeschmeckt mit rauer, punkiger Energie und klassischen NWOBHM-Melodien ihren ersten Longplayer auf den thrashenden Teil der Menschheit los.

Mortal Peril - Walking On Hellish Trails

Wie erwähnt wurde „Mortal Peril“ im Jahr 2010 durch Jonas und Jan gegründet und nach dem Zugang von Gitarristen Tasso wurden erste Gigs in Clubs und auf Hauspartys gespielt. 2011 verstärkte man sich mit Lucas als zweitem Gitarristen und Mitte 2012 folgte die erste EP „Of Black Days and Cruel Alliances“, welche nicht nur in Deutschland gefallen fand, sondern auch positive Kritiken aus Italien, Frankreich und Südamerika erntete. 2013 verliess Tasso die Band, um sich anderen musikalischen Richtungen zu öffnen, worauf kurz darauf auch Lucas aus beruflichen Gründen aus der Band ausstieg. Nach einigen Monaten der Suche vervollständigten sich die Thrasher Anfang 2014 wieder mit Bjornsson Greene und Fabian Gerhardt an den Sechssaitern und beackerten weiter die Bühnen in NRW. In dieser Besetzung wurde auch das erste Album „Walking on Hellisch Trails“ in Eigenregie aufgenommen. Leider musste Ende 2014 Fabian studiumsbedingt aussteigen und so war der Platz frei für den Gitarrist Pete Rode. Wieder einmal vollständig und mit ihrem Album im Rücken freuen sich Mortal Peril darauf, ein paar heftige Gigs runterzureissen.

Mortal Peril - Band

Soundtechnisch feiern Mortal Peril den Thrash ab, gut abgeschmeckt mit punkiger Energie und klassischen NWOBHM-Melodien. Trotz aller 80iger Nostalgie drücken die vier Jungs ihren Songs einen eigenen Stempel auf. Das Quartett setzt auf schnellen, punkigen und mit viel Power aufwartenden Thrash Metal, der mit einer gehörigen Portion NWOBHM angereichert wurde. Auch Mortal Peril erfinden das Rad nicht neu, sind dafür absolut authentisch und hauen live rein wie ein gut geschmiertes Zäpfchen. „Clear in the head or drunken as shit“ – nach diesen Zeilen aus dem Opener ist klar, unter welchem Motto die Studioarbeiten standen. Die abwechslungsreiche Thematik der Songs zeigt, dass Songschreiber und Frontman Jan Radermacher sich kreativ völlig auslässt und die Band sich nicht in eine stilistische Ecke stellen möchte. So werden gesellschaftskritische Themen in Stücken wie „Death to all the Tyrants“ und „Devil Seed“ von humorvollen Texten wie in „Señor Wampo“ oder „Eyekiller“ abgelöst, was letztendlich durch den Tribute-Song „Inglorious Basterds“ zum namensgebenden Film abgerundet wird.

Vorschaubild
INGLORIOUS BASTERDS (MORTAL PERIL)

Radermacher zieht seine Inspiration zu den Songs aus erlebten Ereignissen. So ist zum Beispiel der Song „Eyekiller“ eine Hommage daran, dass sich Drummer Jonas beim erstmaligen Anspielen dieses Stückes mit seinem Drumstick ins Auge schlug und seine Kontaktlinse direkt im Auge zersprang. Somit lieferte er die perfekte Vorlage für einen der besten Songs des Albums. Mit ihrem Sound überzeugen die Jungs auf ganzer Linie. Die Kompositionen aus harten Drumbeats, rhythmischen Basslines und zweistimmigen Gitarrenriffs ergeben den unverkennbaren Sound der Band. Gekrönt wird das Ganze durch die melodiösen Gitarrensoli der beideen Axtschwinger. Die Produktion ist gelungen und textlich bedient man sich der üblichen Clichés, wobei im Song „Hail Satan“ mit „Rape Maria, Kill Jesus“ etc. doch ein wenig der Vogel abgeschossen wird und auch der Refrain von „The Ones Left Behind“ etwas gar infantil daher kommt.

Mortal Peril - Logo

„Walking on hellish trails“ ist ein abwechslungsreiches Album, dass zeigt, dass „Mortal Peril“ den Thrash-Metal-Sound der 80er Jahre wieder auferstehen lässt und Lust auf mehr macht. Dieses Album ist das beste Beispiel dafür, dass sich auch ein ganz in Eigenregie produziertes Album nicht vor anderen Platten verstecken muss. Was die vier Jungs hier eingeprügelt haben, lässt einfach keinen Kopf still auf dem Hals sitzen. Herausragend sind das sehr geile „My Inner Condition“, „Eyekiller“ sowie der rasante Opener „2 Step Crew“. Der Stil der Band beschränkt sich nicht auf reinen Thrash Metal, Einflüsse aus Punk, Hardcore und NWOBHM sind mal mehr, mal weniger stark zu hören. Die Band drückt ihren Songs einen ganz eigenen Stempel auf und irgendwie habe ich das Gefühl, dass man in Zukunft von „Mortal Peril“ noch einiges hören wird. In diesem Sinne: „Clear in the head or drunken as shit, Mortal peril Turnschuh crew is wasting the pit!“

Tracklist:

  1. 2 Step Crew
  2. The Ones Left behind
  3. Escalation
  4. Devil’s Seed
  5. Eyekiller
  6. Hail Satan
  7. Warcult
  8. Death To All The Tyrants
  9. My Inner Condition
  10. Senor Wampo
  11. Inglorious Basterds
  12. Hellish Trails
Mortal Peril - Walking On Hellish Trails
7.7 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7.5
Tempo9
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8
Songtexte7
Substanz7.5
Produktion7.5
Langlebigkeit6.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Gloomball – The Quiet Monster

Zwei Jahre nach ihrem Debüt melden sich „Gloomball“ mit „The Quiet Monster“ zurück. Das zweite Album der Newcomer aus Deutschland ist etwas härter als der Vorgänger und groovt und rifft nach allen Regeln der Kunst. Das Rad haben die fünf Jungs zwar nicht neu erfunden, aber das, was sie machen, machen sie gut. Gloomball reihen sich ohne Probleme in die Riege der Bands ein, die es verstehen eingängige Melodie bzw. Songs zu schreiben, dabei verbinden sie die Moderne mit klassischem Material so geschickt, dass man selbst nach dem dritten Durchlauf nicht weiss, wo man die Jungs einordnen soll. Aber eines ist klar, „The Quiet Monster“ geht definitiv direkt in die Blutbahn.

Gloomball - The Quiet Monster

Mit ihrem im April 2013 mehr als nur hörenswerten Debütalbum sorgten die deutschen Newcomer „Gloomball“ für frischen Wind in der deutschen Rock- und Metal-Szene. „The Distance“ machte die fünfköpfige Band um Frontmann Alen Ljubic mit einem Schlag international bekannt. Die anschliessenden Tourneen und Konzerte unter anderem mit „Eat The Gun“, „Motorjesus“, „Eisbrecher“ oder „Saltatio Mortis“ verstärkten noch den Eindruck, dass sich hier eine Band auf den Weg gemacht hat, von der man in Zukunft noch hören wird. Und tatsächlich steht nun das zweites Album „The Quiet Monster“ stolz zur Veröffentlichung bereit und dokumentiert eine unverkennbare Weiterentwicklung. Das zweite Album schliesst stilistisch nahtlos an das starke Debütalbum an, geht aber kompositorisch und textlich einen Schritt weiter.

Gloomball - Band

Die zwölf neuen Songs erweisen sich als noch abwechslungsreicher und dynamischer, die Texte aus Ljubics Feder als reife Reflektionen seiner Gedanken und Gefühlswelt. Gleich zu Anfang fällt auf, dass die Jungs rund um Frontmann Alen Ljubic wesentlich direkter, abwechslungsreicher und rauer zu Werke gehen, als dies noch bei „The Distance“ der Fall war. Grundlage des neuen Albums ist die stabil geblieben Besetzung von Gloomball. Wie schon auf „The Distance“ verteilen sich die künstlerischen Kräfte gleichmässig auf Ljubic, die Gitarristen Björn Daigger und Jossi Lenk, auf Bassist Basti Moser und Schlagzeuger Danny Joe. Im Vergleich zum Debüt basieren die Songideen von „The Quiet Monster“ diesmal auf den Schultern aller Bandmitglieder. Eine Prise Southern Rock der Marke „Anti-Mortem“, die wiederum manchmal nach „Pantera“ tönen, einen ordentlichen Schuss „Godsmack“ oben drauf und das Ganze mit feinster „In Flames“-Würze abgeschmeckt – fertig ist der „Gloomball“.

Vorschaubild
GLOOMBALL - Straight To Hell (official lyric video)

Besonders „Godsmack“ scheinen bei den Jungs einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben, denn gerade das nach dem Intro „The Quiet…“ eröffnende „Monster“ könnte ebenso aus deren Feder stammen. Typische Gloomball- Rock-Kracher wie „Straight To Hell“ oder „Towards The Sun“ dokumentieren die grosse Energie dieser Band, sowie ihre Fähigkeit, Dynamik und Eingängigkeit in eine ausgewogene Balance zu bringen. Spätestens mit dem leicht an ruhige „In Flames“ erinnernden „All Beauty Dies“ nimmt das neue Langeisen monstermässig an Fahrt auf, und Gloomball präsentieren uns eine sehr gelungene Achterbahnfahrt. Während das wuchtige „Sirens (Die Alone)“ kräftig nach vorne schiebt, verbreitet „One More Day“ eine angenehme Melancholie. Mit „Sullen Eyes“ zeigen sich Gloomball erstaunlich derbe und heavy, ein schwermetallischer Groove-Track mit – wie Ljubic es nennt – „für uns ungewöhnlich bösem Feeling.“ Ähnlich experimentell, wenn auch in anderer stilistischer Ausrichtung, zeigt sich der Track „Blood Red World“, bei dem Gloomball neue Wege beschreiten, mit Chören arbeiten und am Ende des Songs sogar mit Streichern experimentieren. Mit dem abschliessenden „Blue Is Turning Into Gray“ gibt es einen etwas ungewöhlich anmutenden Track, der aber genau durch seine etwas andere Ausrichtung ein facettenreiches Album gelungen zu Ende bringt.

Gloomball - Logo

Apropos Chöre: Namhafte Unterstützung bei den BackgroundVocals fanden die Musiker in den Songs „Monster“ und „Blue Is Turning Into Gray“ durch Matthias Hechler von den deutschen Gothic-Metallern Crematory. Erwähnt werden sollten auch die erneut gelungenen Texte aus der Feder von Alen Ljubic. Schon auf „The Distance“ hatte der Gloomball-Frontmann seine durchdachten Storys in passende Worte verpackt, diesmal sind seine Themen sogar noch ein tück persönlicher. Wie etwa in „Monster“, dem Album-Opener, mit seiner markanten Textzeile „light the world up be the monster, I will never break and I know I can take this monster.“ Ljubic: „Ich arbeite gerne mit Metaphern, und irgendwie gibt es kleine Monster ja in uns allen, es kommt nur darauf an, ob man sie positiv oder negativ nutzt.“ Ljubics Texte haben Tiefgang und Aussagekraft, ohne dabei kryptisch oder abgehoben zu wirken. „Ich möchte natürlich, dass mein Anliegen von jedem verstanden wird, um meine Ideen und Sichtweisen weitergeben zu können.“

Gloomball - Band2

Wie der Albumtitel suggeriert, kommt hier das Monster auf leisen Sohlen angeschlichen, um einen umso stärker zu erschrecken. Dementsprechend entfaltet der Longplayer sein ungemeines Potenzial und seine ungeahnte Vielseitigkeit nach und nach sowie mit jedem Hören ein bisschen mehr. Unterm Strich haben Gloomball auch auf ihrem zweiten Werk soweit alles richtig gemacht. Zwar fehlt noch ein kleines Quäntchen, um aus „The Quiet Monster“ ein wahres Biest zu machen, aber wenn die Musiker so weitermachen, dann sollte dem bald nichts mehr im Wege stehen. „The Quiet Monster“ ist ein gutes Album auf altbekannten Pfaden, mit etlichen Höhepunkten, aber auch 2-3 Nullrunden. Der Gesamteindruck ist überwiegend positiv und damit bekommt das Album eine klare Empfehlung. Fans von groovendem Alternative Metal bekommen hier ein gelungenes Fressen.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist

  1. The Quiet…
  2. Monster
  3. Straight To Hell
  4. All Beauty Dies
  5. Towards The Sun
  6. Sirens (Die Alone)
  7. One More Day
  8. Sullen Eyes
  9. (Don’t) Surrender
  10. Unbreakable
  11. Blood Red World
  12. Blue Is Turning Into Gray
Gloomball - The Quiet Monster
7.5 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte8
Substanz7
Produktion8
Langlebigkeit6
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Fateful Finality – Battery

Für all diejnigen unter euch, welche die alten „The Haunted“ mochten und Songs wie „99“ nachtrauern haben wir mit „Fateful Finality“ genau das Richtige! Das neue Album „Battery“ klingt so, wie eingangs genannte Band heute klingen könnte. Eingängige und aggressive Thrash-Metal-Eskapaden, stimmige Refrains, viel Melodie und Abwechslung. „Battery“ ist ein grundsolides und rundes Thrash-Metal-Album geworden, das fast alles erfüllt, was man sich von einem solchen Werk erhoffen kann.

Fateful Finality - Battery

Drei Jahre nach ihrem ordentlichen Debütalbum „King Of Torture“ präsentieren uns Fateful Finality eine einwandfreie Auslese von elf Prachtstücken aus der von Machine Head bis Testament vorgeglühten Scharfschmiede. Die Gitarristen teilen sich den Gesang, so dass dieser schön abwechslungsreich daher kommt. Das Energielevel befindet sich ständig am Anschlag und das musikalische Können ist über jeden Zweifel erhaben. Mit ihrem zweiten Album „Battery“ belegen die süddeutschen Thrash-Metaller eindrucksvoll, dass ihnen zu Recht der Ruf als eine der hoffnungsvollsten neuen deutschen Metal-Formationen vorauseilt. Als Gewinner des Wacken Metal Battle Germany 2012 haben die vier Bandmitglieder die Gunst der Stunde also genutzt und zeigen sich weiter gereift. Die elf Songs der neuen Scheibe sind nicht nur um einiges härter und kompromissloser ausgefallen, sondern gleichzeitig auch vielseitiger und tiefgründiger. Diese erstaunliche Weiterentwicklung kommt allerdings nicht von ungefähr. Bereits seit der Kindergartenzeit eng miteinander befreundet haben Simon Schwarzer (Gitarre, Gesang) Patrick Prochiner (Gitarre, Gesang) und Philipp Mürder (Bass) die Band zusammen mit Schlagzeuger Mischa Wittek 2007 gegründet und ziehen seither mit unvermindert grosser Energie am gleichen Strang.

Vorschaubild
FATEFUL FINALITY - Get Things Straight (Official Lyric Video)

Von Beginn an eine der auffallendsten Stärken der Gruppe sind die unterschiedlichen Gesangsstile: Simon Schwarzer übernimmt den derben Gesang, während Patrick Prochiner für die cleanen Vocals steht und damit für einen raffinierten Gegenpol sorgt. Von dieser bewusst gewählten Reibung leben bei Fateful Finality viele der Songs, die künstlerisch wohl am ehesten als souveräne Mischung aus den Klangwelten von Bands wie Machine Head, Exodus, Lamb Of God, Testament oder auch Trivium bezeichnet werden können. Riff-lastiger, ungemein druckvoller Thrash Metal, der mit Songs wie „Dirt In The Closet“ oder „Under Pressure“ mal temporeich oder mal groovend wie in „Remain In Mind“ daherkommt. Doch Fateful Finality hat mit „Unchained“ auch einen überraschend modern klingenden Nu Metal-Track am Start und auch textlich vermögen die Musiker zu überzeugen. So wird in „Facades“ die Heuchelei erbarmungsloser Kriegsszenarien angeklagt, wenn unter dem Banner weisser Fahnen anscheinend sogar mit weltweiter Legitimation getötet wird. In „Never There“ stellt sich die Band die Frage, ob man lebt um zu arbeiten oder arbeitet um zu leben. Passend dazu auch das Cover-Artwork zu „Battery“, das offensichtlich die Frage aufwirft, wann die menschliche Batterie wohl endgültig ausgelaugt ist.

Fateful Finality Band

Was mir fehlt, ist das gewisse Etwas, dass die Band aus der grossen Masse an guten Bands herausragen lässt, aber da ist meines Erachtens noch Luft nach oben. Die stilistische Ausrichtung ihrer Musik ist unmissverständlich, die grosse Eigenständigkeit und die kompositorische Cleverness sind allerdings für eine noch dermassen junge Band erstaunlich. Man zitiert den Bay Area Thrash, ist aber eigentlich viel näher an Bands wie Machine Head, Lamb Of God, Trivium oder eben The Haunted. Was mir auf „Battery“ fehlt, sind die richtigen Highlights. Wäre ein Knüller auf dem Album vertreten, wären sicher noch paar Punkte mehr drin gewesen. Doch ich denke, wir werden in Zukunft sicherlich noch einiges von dieser vielversprechenden jungen Thrash Metal-Band zu hören bekommen. Fateful Finality haben zweifelsfrei die Energie und die musikalische Qualität, sich auch international zu etablieren. Einen Originalitätspreis wird man hier nicht gewinnen, dafür sind die Zutaten alle zu bekannt, was allerdings nicht schlimm ist, weil der Mix sehr gut passt. Für alle, die Thrash mögen, gilt auf jeden Fall, reinhören ist hier angesagt.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Fateful Finality Logo

Tracklist

  1. Possession
  2. Get Things Straight
  3. Dirt In the Closet
  4. Never There
  5. Facades
  6. Misfit
  7. Rite
  8. Unchained
  9. Under Pressure
  10. Suck Me Dry
  11. Remain In Mind
Album Review: Fateful Finality - Battery
8.1 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität7.5
Tempo9.5
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8.5
Songtexte8
Substanz8
Produktion8
Langlebigkeit6.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Annisokay – Enigmatic Smile

Die Metalcore-Band „Annisokay“ ist eine fünfköpfige Post-Hardcore-/Alternative-Rock-Band aus Halle, Sachsen-Anhalt und sind vorallem da durch bekannt, da sie für einen recht bekannten deutschen Wrestler die Einzusmusik geschrieben haben. Im März kommt ihr zweites Album „Enigmatic Smile“ raus, welches 11 Tracks mit recht poppigem Metalcore enthält. Musikalisch treffen hier treibende Rhythmen und aggressive Shouts auf abwechslungsreiche Melodien und einen saubern Clean Gesang. Also kein Metal im eigentlichen Sinne, dennoch sind die Songs nicht schlecht.

Annisokay – Enigmatic Smile

„Annisokay“ wurde im Jahr 2007 in Halle gegründet und besteht aus den fünf Musikern Dave Grunewald (Shouts), Christoph Wieczorek (E-Gitarre, Cleangesang), Norbert Rose (E-Gitarre), Philipp Kretzschmar (Bassgitarre) und Daniel Herrmann (Schlagzeug). Bereits in den ersten beiden Jahren nach der Gründung erschienen mit „My Ticket to Reno“ (2008) und „The Point You Will Still Miss“ (2009) zwei Demoaufnahmen. Die erste EP „You, Always“ erschien im Jahr 2010 und wurde aus eigener Tasche finanziert. Die Truppe coverte das Stück „Telephone“ der Pop-Sängerin Lady Gaga, doch ist dieses Cover jedoch nie auf CD erschienen. Der Bandname ist von Michael Jackson’s „Smooth Criminal“ inspiriert, und gibt eine positive Antwort auf die Frage im Refrain: „Annie are you ok?“. In der Dokumentation „BAD 25“ von Regisseur Spike Lee über die Arbeiten und die anschliessende Tour zum Album „BAD“ wird das Geheimnis gelüftet, was die Inspiration für „Smooth Criminal“ darstellte. Seit den 1960er Jahren lernten 300 bis 400 Millionen Menschen im Rahmen der Ersten-Hilfe die Herz-Lungen-Wiederbelebung an der Übungspuppe „Annie“. Auch Michael Jackson war einer von ihnen. Die Idee zum Refrain „Annie are you ok?“ basiert tatsächlich auf Micheal’s Erlebnissen aus einem Erste-Hilfe Kurs und der Begegnung mit der „CPRAnnie“.

Annisokay - Band

Das bezaubernde Gesicht der Wiederbelebungspuppe, mit welchem unzählige Erste-Hilfe Teilnehmer den „Kuss des Lebens“ erlernen, ist auch bekannt als „L’Inconnue de la Seine“ – „die Unbekannte aus der Seine“. Hinter ihrer friedvollen Mimik verbirgt sich eine Geschichte über Herzschmerz und Trauer. Einer Sage zufolge wurde Ende des 19. Jahrhunderts eine ertrunkene Frau aus der Seine geborgen. Da keine äusseren Verletzungen erkennbar waren, wurde angenommen sie habe sich das Leben genommen. Die Leute munkelten, der Grund dafür könne nur ein gebrochenes Herz gewesen sein. Wie üblich zu dieser Zeit wurde ihre Leiche in der Pariser Totenhalle ausgestellt, in der Hoffnung ihre Identität zu ermitteln. Dies sollte nie geschehen. Der diensthabende Pathologe war von ihrem Gesicht und dem rätselhaften Lächeln so fasziniert, dass er einen Maskengestalter beauftragte ihr Abbild zu verewigen. Die Totenmaske der unbekannten Frau aus der Seine wurde im Laufe der Zeit zahlreich kopiert, ist die Muse etlicher Künstler und war die Vorlage für die Wiederbelebungspuppe „Annie“. Sie ist ein Symbol für das Leben geworden. Ihr Tod ist jedoch immer noch ein Rätsel.

Vorschaubild
ANNISOKAY - Carry Me Away [Official Music Video]

Das neue Album mit dem geheimnisvollen Titel, „Enigmatic Smile“ entstand über das Jahr 2014 hinweg in zwei Etappen. Bereits im Januar flog die Band in die USA um mit Produzent Joey Sturgis (u.a. Asking Alexandria, Emmure, We Came As Romans) an neuen Songs zu arbeiten. Sturgis hatte bereits das Debut der Band „The Lucid Dream[er]“ produziert. Die zweite Hälfte des Albums entstand anschliessend im Herbst 2014 unter Federführung von William Putney (u.a. Suicide Silence, Miss May I, Northlane). Musikalisch sind mir die Songs oft zu poppig, ich würde mir vielleicht auch die ein oder andere aggressiv gespieltere längere Phase in den Songs wünschen. Ausserdem fehlt mir eine gewisse Abwechslung, da die Songs doch fast alle gleich aufgebaut sind, was auf Dauer schnell eintönig wird. Allerdings muss man unumwunden zugeben, dass die Jungs musikalisch ziemlich was drauf haben und das „Enigmatic Smile“ richtig hochwertig produziert worden ist.

Annisokay - Band

„Annisokay“ hat einen sehr guten Ruf in der Liveszene und wer weiss, dort kommen die poppigen Songs vielleicht auch etwas härter und schneller daher. Das „Annisokay“ das kann, was mir im Album fehlt, beweisen sie in genau einem Song und zwar in „What is left“. Wären mehr Songs dieser Art auf dem Album vertreten, würde es mir deutlich besser gefallen. Irgendwie werd ich bei dem Album das Gefühl nicht los, dass dieses darauf hinzielt eine möglichst breite Masse abzugreifen und es weniger um die Musik, als um den Erfolg geht. Und dass könnte für die Band durchaus aufgehen, da die Songs en Gros nicht wirklich schlecht sind, mich aber nicht wirklich packen. Schade, den die Band hat riesiges Potential und einiges auf dem Kasten, so ist dass ein Album mit Kuschelrock für das romantische Date eines Emo-Pärchens. Wer auf sowas steht, dem sei „Enigmatic Smile“ ans Herz gelegt.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist

  1. Carry Me Away
  2. Naked City
  3. Snowblind
  4. Panic Attack
  5. Wolves In The Walls
  6. Fragile Line
  7. Traveler
  8. Life Cycles
  9. Fame
  10. New Autumn Light
  11. What Is Left

No review found! Insert a valid review ID.

Album Review: Northland – Downfall And Rebirth

Fünf Jahre hat es gebraucht, bis die sechs Spanier aus dem sonnigen Barcelona ein neues Album eingespielt haben. 2010 erschien ihr gelungenes Debüt „Northland“, danach war lange Zeit Funkstille, in der man von der Band nichts hörte. Nun hat die Folk-Death-Metal Band „Northland“, ihr zweites Album „Downfall and Rebirth“ veröffentlicht und dieses Album stellt vom ersten bis zum letzten Song unter Beweis, dass guter Folk Metal nicht nur aus dem hohen Norden kommen muss. Die Katalonier präsentieren gute Metal Riffs, eine saubere, gut strukturierte Produktion und niveauvolle Inhalte abseits von billigen Klischees. Fans von gutem melodischen Folk Metal sollten hier unbedingt ihre Ohren spitzen!

Northland - Downfall And Rebirth

Im Jahr 2004 taten sich im spanischen Barcelona einige Düsterseelen zusammen und die Viking Folk Metal-Horde „Northland“ wurde gegründet. Da leider nicht alle der am Start Beteiligten ähnlich grosse Passionen für dieses Metier mitbrachten, hatte Bandgründer, Gitarrist und Lead-Vokalist Pau Murillo jedoch nachfolgend alle Hände voll tun, den heidnischen Haufen am Leben zu erhalten. Letzteres glückte dem ausgesprochenen Idealisten trotz aller ungewöhnlich schnellen Rotationen des Besetzungskarussells. 2010 präsentierten „Northland“ ihr selbstbetiteltes Debütalbum, welches klar machte, dass die Spanier ihren skandinavischen Kollegen in nichts nachstehen. Fünf Jahre später wollen es die spanischen Spitzenkönner jetzt wieder wissen. Und die Chancen für einen Erfolg auf breiter Ebene stehen mit „Downfall And Rebirth“ ausserordentlich gut. Das Album befasst sich, wie der Name schon sagt, mit dem ewigen Kreislauf des Lebens, Mutter Natur und seiner oft in Frage gestellten Zivilisation.

Northland Band

Das neue und zweite Album „Downfall and Rebirth“ mit dem überaus sehenswerten Frontcover von Sallai Péter veröffentlichen die Iberer kurzerhand in Eigenregie. „Downfall and Rebirth“ klingt reifer und verspielter als sein Vorgänger. Es wurde mit vielen Instrumenten experimentiert und die Angst vor langen ruhigen Passagen gänzlich abgelegt. Den Hörer erwartet hier ein gut gemischtes Folkmetal Album, dass durchaus einen frischen Wind ins Geschehen bringt. So bietet das zweite Album einen Death-Metal-Sound, der zwar schwungvoll, gleichzeitig aber auch sehr melodisch ist. Richtig hart wird es eigentlich nie, dafür sorgen neben dem hohen Stellenwert des Folklore-Anteils auch zahlreiche Einwürfe von Klargesang. Zwar steht der Growl-Gesang stets im Vordergrund, häufig tritt aber auch der Klargesang hervor, der zum Teil mehrstimmig daher kommt und dem Album eine hymnische Note gibt.

Vorschaubild
Northland - Downfall and rebirth

Das Album beginnt mit „When Nature Awakes“ träumerisch, bevor Pau Murillo mit seinem Schrei die Idylle durchbricht und Vásquez das Zepter übernimmt, was die entstandene Wucht wieder etwas abdämpft. Kam der Vorgänger fast ohne klar gesungene Passagen aus, so nehmen diese gut ein Viertel des neuen Materials ein. Die ersten vier Stücke „When Nature Awakes“, „Bloodred Sunrise“, „Together we Die“ und das Instrumental „The Rite“ ziehen einen sofort in den Bann. „Fury’s Unleashed“ brettert mit einem zackigen Melodeath-Riff los, bevor eine herrlich brachiale Strophe (ganz ohne Folk) in einen übermelodischen Powermetal-Refrain übergeht. Erst danach folgt ein Folk-Break und die etwas heaviere, verlangsamte zweite Strophe verpasst dem Song eine angenehme Diversität. Einen drauf legt „Duskriders“, welches mit seiner Vielschichtigkeit, Dynamik, Dramatik und Melodik eine perfekte Melange darstellt. Auf gleichem Level, allerdings ungleich düsterer und bedrückender, zeigt sich das Titelstück.

Northland Logo

Beim hören dieses Album werde ich immer wieder an „Ensiferum“ erinnert, einerseits in gewissen Passagen musikalisch, anderseits klingt die tiefe Stimme von Pau Murillo dieser von Petri Lindroos zum verwechseln ähnlich. Der Sound der hispanischen Wikinger ist irgendwo zwischen „Ensiferum“ und „Eluveitie“ angesiedelt und zeigt das grosse Talent, was hinter „Northland“ steckt und hoffentlich auf den nächsten Werken weiter herausgearbeitet wird. Mag sein, dass man hier und da sehr viele bekannte Trademarks vorlegt, doch das Michverhältnis so auszurichten, dies vermögen nur sehr wenige Künstler. Für den Folklore-Anteil zeichnet sich vor allem die Violine von Pau Vázquez verantwortlich. Diese ist fast ständig präsent und trägt die Melodien aktiv mit. Die Folklore ist im Klangbild von „Northland“ sehr präsent und findet keineswegs nur im Hintergrund statt. Auch setzen die Katalonier kaum auf das Keyboard, dieses dient nur ab und zu im Hintergrund als atmosphärische Ausmalung. Gegen Ende gibt es dann doch noch ein Highlight: „Moonlight Spell“ eine Folk-Ballade mit einer zauberhaften Frauenstimme und phasenweiser Unterstützung durch Männer-Cleangesang.

Vorschaubild
Northland - Downfall and rebirth (Full Album)

„Downfall And Rebirth“ zeigt sich differenziert und abwechslungsreich. Jeder Song ist gelungen, auch wenn nicht alle Qualitätsspitzen wie „Fury’s Unleashed“, „Duskfall“ oder „Downfall And Rebirth“ erreichen. Der Sound der Truppe klingt sehr erfrischend und „Northland“ ist nach so langer Pause aufgrund des Motorradunfalles des Schlagzeugers eine wirklich rundum tolle Scheibe gelungen. Neben der Geige, die wie erwähnt die Hauptlast des Folk-Anteils trägt, kommen auch andere Instrumente zum tragen und neben Flöte und Akustikgitarre können einem auch mal Akkordeon und sogar Maultrommeln begegnen. Dieser Abwechslungsreichtum ist einer der grossen Pluspunkte des Albums und „Downfall and Rebirth“ ist sehr vielseitig gestaltet. Neben den zahlreichen Instrumenten wird auch die Spielgeschwindigkeit und Stimmung oft variiert und „Northland“ können auch mit ihrer guten Spielfertigkeiten und der sauberen Melodieführung überzeugen. So entstehen ebenso authentische wie mitreissende und aufwühlende Viking Folk Metal-Wonnekompositionen, wie man sie in dieser Natürlichkeit und Unverfälschtheit nur selten geniessen darf. Pagan und Folk Metal Fans sollten sich hier durchaus was Neues für die Sammlung holen, denn die Spanier reizen die Elemente sehr gut aus und parieren stets mit harschen Einfädelungen, sodass es nicht zu dudelnd klingt. Für Fans von „Ensiferum“, „Eluveitie“ und melodischem Power Metal definitiv ein Muss!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. When Nature Awakes
  2. Bloodred Sunrise
  3. Together We Die
  4. The Rite
  5. Fury’s Unleashed
  6. Duskriders
  7. Spirit in Darkness
  8. Whispers in the Wind
  9. Downfall and Rebirth
  10. Moonlight Spell
  11. Newborn Star
Album Review: Northland - Downfall And Rebirth
8.9 Total
9.2 Besucherwertung (2 votes)
Originalität9.5
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten9.5
Gesang9.5
Songtexte9
Substanz8.5
Produktion9
Langlebigkeit8
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Ensiferum – One Man Army

Die Finnen kommen alle drei Jahre mit einem neuen Album daher, um ihre schwerttragenden Fans aus aller Welt wieder um sich zu scharen. Bereits zum sechsten Mal stürzen sich „Ensiferum“ nun ins Schlachtgetümmel, dieses mal mit dem Album „One Man Army“. Bei dem Quintett hat sich im Hintergrund einiges getan, sodass man vermuten könnte, dass sich auch musikalisch viel bei den Folk-Metallern verändert hat. „One Man Army“ bietet ein für die Band typisches Arsenal an illustren Ideen und Melodien. Die Band scheint wieder die Angriffslust anfänglicher Schlachten gepackt zu haben und kommt nicht so kriegsmüde daher wie der unsägliche Vorgänger „Unsung Heroes“ mit seinem pinken Cover, dass nach wenigen Durchläufen bei mir im Regal verstaubt! Bei „One Man Army“ stimmt nicht nur das Cover, auch musikalisch kann die Scheibe voll und ganz überzeugen!

Ensiferum - One Man Army

Wenn man sich die Rahmenbedingungen des sechsten Streiches anschaut, hat sich bei „Ensiferum“ viel verändert. Bis vor kurzem war die Band noch bei „Spinefarm Records“ unter Vertrag, heute darf sich nun „Metal Blade“ glücklich schätzen, die Finnen in ihren Reihen begrüssen zu dürfen. Drehte für den Vorgänger „Unsung Heroes“ noch Hiili Hiilesmaa als Produzent die Knöpfchen, war auf „One Man Army“ nun Anssi Kippo dafür zuständig, der im Übrigen einen mehr als ordentlichen Job an den Tag gelegt hat. Selbst der Artwork-Künstler wurde ausgetauscht: Wo der berühmte Kristian Wahlin alias Necrolord zwar einen lässigen, wenn auch perspektivisch fast schon infantilen Stil pflegte, darf man mit dem Ergebnis von Gyula Havancsák äusserst zufrieden sein. Zwar weniger originell, aber passend wie die Faust aufs Auge, heroisch, mächtig und auch klischeehaft ist das Cover ausgefallen. So könnte man die Vermutung haben, dass sich auch musikalisch viel bei den Folk-Metallern getan hat.

Ensiferum - Band

Eins gleich vorweg, alle Fans können aufatmen und sich auf eine Stunde beste Unterhaltung einstellen, denn „Ensiferum“ geben wieder mächtig Gas und liefern einige der besten Songs ihrer Karriere ab. „One Man Army“ ist eines der stärksten Alben der Finnen, welche seit 2009 ein stabiles Line-Up haben. Das Quintett hat glücklicherweise den Härtegrad wieder ordentlich angezogen und klingen mächtiger als je zuvor. Auch ist die Produktion dieses Mal exzellent, die Tracks kommen wuchtig daher, strahlen eine enorme Energie aus und das Songwriting ist absolut erstklassig. Zwar kennt man manche Songstrukturen und Melodien aus früheren Alben, aber die Lieder wirken frisch, in sich geschlossen und haben schlicht geniale Refrains, die niemals zu kitschig werden. Auf ein stimmungsvolles Intro folgt mit „Axe Of Judgement“ ein speediger Opener, „Heathen Horde“ bezirzt mit einem schönen folkig angehauchten Hauptthema und macht mit seinen Chören und den melodiösen Gitarren einfach richtig Spass! Auch die vorab veröffentlichte Single und Titeltrack „One Man Army“ vermag durchs Band weg zu überzeugen.

Vorschaubild
Ensiferum "One Man Army" (OFFICIAL VIDEO)

„Burden Of The Fallen“ stellt im weiteren Albumverlauf den Ruhepol dar, bevor sich auf „Warrior Without A War“ und „Cry For The Earth Bounds“ die Melodiebögen wieder weiter spannen und der heroische Epic-Anteil wieder deutlich nach oben geschraubt wird. Danach geht es sprichwörtlich rund und die Folk-Party nimmt voll Fahrt auf. „Two of Spades“ (eine Motörhead Verneigung?) ist der ideale Soundtrack, kommt mit viel Speed daher und mit Western/Disco-Reminiszenzen knallen uns „Ensiferum“ ganz grosses Kino um die Ohren. Die Banjoklänge und „Dschingis Khan“-Anleihen sind einfach grossartig und durchaus keine Überraschung bei den Suomis und zaubert den Hörern mit seinem discohaften Mittelteil ein breites Grinsen aufs Gesicht. „My Ancestor’s Blood“ bildet einen geschickt aufgebauten und spannungsvollen Zweiklang und „Descendants, Defiance, Domination“ beginnt sehr ruhig und wird vom Keyboard, klaren Gitarren und einem mächtigen Bass getragen. Charmant baut sich der Song langsam auf, Klargesang und metallische Screams wechseln sich ab und „Ensiferum“ vermischen auf intelligente Weise all ihre bekannten Trademarks. „Neito Pohjolan“ hingegen ist das schon fast zu erwartende „experimentelle“ Stück des Albums geworden. Ein Country-Song der einen Abstecher in den (finnischem) Tango unternimmt und von der zarten weiblichen Stimme von Netta Skog (Ex-Turisas) veredelt wird. Ein ungewöhnlicher wie würdiger Abschluss der Scheibe, der den Humor der Band zeigt.

Ensiferum - Logo

Wenn man sich die Scheibe kauft, sollte man darauf achten, mindestens die Doppel-CD zu erstehen, denn was einem auf der zweiten CD an Bonustracks geboten wird, walzt nochmals einfach alles nieder! Mit der Cover Version des Western-Songs von Frankie Laine aus dem Jahre 1958, dass zugleich der Titelsong zur Westernserie „Rawhide“ (Tausend Meilen Staub) war, wurde ein Song geschaffen, der an die besten Zeiten der Leningrad Cowboys erinnert. „War Metal“ lässt dann wieder den Krieger los, der kompromisslos mit seinem Schwert alles niedermetzelt, was sich ihm in den Weg stellt. „Candour and Lies“ ist die englische Version vom oben genannten „Neito Pohjolan“, dieses mal aber nicht mit Netta Skog, sondern einer rauhen, männlichen Stimme, die dem Song eine etwas andere Facette verleiht. Mit „Bonus Song“ bekommen wir nochmals eine volle Breitseite des Humors der Band zu hören, mit den vielen Zensur „Peeps“ ist der Track ein durchaus gelungener Abschluss des Bonus Silberlings.

ARVE Fehler:
Thats all folks! - Video not available

Das Album „One Man Army“ überzeugt durch sorgfältig geschmiedete Waffen und solide Kampfkunst. Das Album ist ein richtiger Brecher. Wer nach „Unsung Heros“ befürchtet hat, dass es jetzt langsam bergab geht, der täuscht sich! Hier kann mit gutem Gewissen behauptet werden, dass es auf „One Man Army“ keinen Totalausfall zu beklagen gibt. Das sechste Album von „Ensiferum“ ist ein Volltreffer geworden. Die Schwertträger haben ihren Sound und ihre Qualitäten erkannt und können ihr Talent nun perfekt ausspielen. In den letzten Jahren haben nicht alle kleineren Experimente funktioniert, aber auf „One Man Army“ passt einfach alles zusammen und das Album klingt so, als wäre es mit viel Kreativität, Seele und Leidenschaft aufgenommen worden. Das ist vielleicht eines der grösste Komplimente, das man einer Band überhaupt machen kann. Wer dem Genre Fantasy-Folk-Metal etwas abgewinnen kann, für den wartet hier das erste Jahreshighlight! Die Finnen haben wieder ordentlich an Geschwindigkeit zugelegt, schmissige Songs, keine Durchhänger, schöne Melodien, Speed, Druck, heroischer Kitsch, all das zeichnet diese Scheibe aus und somit sollte das die Vorfreude auf kommende Liveaktivitäten ordentlich anfeuern. „Ensiferum“ setzen gleich mehrmals auf heroische Mitsingrefrains und so gesellen sich zur Einmannarmee also gleich mehrere Kampfgenossen, keine Söldner, sondern eine eingeschworene Gemeinschaft. „Ensiferum“ scheint die Angriffslust anfänglicher Schlachten wieder gepackt zu haben. Man sieht sich Live im März!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Trackliste:
CD 1:

  1. March Of War
  2. Axe Of Judgment
  3. Heaten Horde
  4. One Man Army
  5. Burden Of The Fallen
  6. Warrior Without A War
  7. Cry For The Earth Bounds
  8. Two Of Spades
  9. My Ancestor’s Blood
  10. Descendants, Defiance, Domination
  11. Neito Pohjolan

CD 2:

  1. Rawhide
  2. War Metal
  3. Candour and Lies
  4. Bonus Song
Album Review: Ensiferum - One Man Army
9.6 Total
10 Besucherwertung (1 vote)
Originalität10
Tempo9.5
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang9.5
Songtexte9
Substanz9
Produktion10
Langlebigkeit9.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Night Falls Last – Deathwalker

Seit fünf Jahren sind „Night Falls Last“ gemeinsam unterwegs und drängen mehr und mehr aus Österreich hinaus, wo sich die sechs Steirer mit ihrem Modern Thrash Metal bereits durchaus einen Namen gemacht haben. Neben einem Auftritt am Nova Rock nur ein Jahr nach Bandgründung, konnte die Band bereits zwei EPs sowie zahlreiche Live-Auftritte verbuchen. Das erste richtige Studioalbum der Bandgeschichte, „Deathwalker“, könnte ein weiterer wichtiger Schritt in diese Richtung sein. Wer das Album das erste Mal in Händen hält, ist zuerst mal vom aufwendig gestalteten Artwork beeindruckt. Aber mit ihren 11 Tracks und einer Spielzeit von rund 50 Minuten kann die Platte noch sehr viel mehr!

Night Falls Last – Deathwalker

Bei „Night Falls Last“ fällt als erstes die genreuntypische Besetzung auf, denn die Thrash Metaller haben einen Keyboarder in ihren Reihen, der von Zeit zu Zeit mit seinem Auftreten die Genregrenzen zu sprengen versucht, was der Band erstaunlich gut gelingt. Das steirische Sextett hat 2010 und 2012 bereits mit den EPs „Decisions And Directions“ und „Return Of The Fallen“ erste Ausrufezeichen gesetzt. Nach einem Jahr ergibigem Songwriting wurde dann der erste Longplayer „Deathwalker“ aufgenommen und man hat sich gegenüber dem Vorgänger nochmals gesteigert! Die Scheibe gibt Vollgas auf Teufel komm raus und agiert wie ein wildes Monster. „Deathwalker“ spielt in einer post-apokalyptischen Zukunft und handelt von Unterdrückung und Ausbeutung, umgemünzt auf die negativen Aspekte von Globalisierung und Kapitalismus.

Vorschaubild
Night Falls Last - Start to Breathe (DEATHWALKER, 2014)

„Night Falls Last“ beginnen ihr Album mit viel Epos. Das Intro „Invasion“ versetzt den Hörer in die bereits erwähnte post-apokalyptische Szenerie. Die Gitarren-Leads verbreiten eine positive Stimmung, die mit der Gewalt der folgenden Stücke aber zerschlagen wird. Mit „Fear The Machine“ zeigen uns die Jungs ihre Schokoladenseite, preschenden nach vorn und bieten uns groovigen, fiesen, im Uptempo gehaltenen Thrash Metal allererster Güte. Selbstverständlich erfinden auch die Steirer das Rad nicht neu, doch setzen sie gewohnte Klangschemen so ein, dass es ein wahrer Genuss ist. „Detonate“ ist ein Stück für alle die gerne Klotzen statt Kleckern. Generell suchen „Night Falls Last“ das Heil in der Flucht nach vorn und schalten nur selten ein paar Gänge herunter. Bereits nach diesen paar Takten kann man sagen, dass den Steirern da ein absolut stimmiges Album gelungen ist! Jeder Song ein kleines Highlight für sich, da stechen „Start to Breath“ und „A Call From Inferno“ besonders heraus. Fiese Growls, rasantes Tempo und Uptempo-Soli erinnern schon mal an „Lamb Of God“.

Night Falls Last - Band

Am deutlichsten wird dieser Vergleich in den letzten 40 Sekunden von „Shootout“, wenn das Sextett nach einem abermals komplexen, aus den verschiedensten Teilen zusammengeschweissten Bastard durchstartet und bis zum Kollaps die Abrissbirne auspackt. Auch „The Bitter Taste Of Disease“ zählt zu jenen Songs, bei denen der Finger zur Repeat-Taste wandert. Mit fiesem, sadistischem Grinsen wird der Circle Pit gestartet und das entfachte Lodern der Flammen wird weiterhin eifrig geschürt. Die Grundsoliden Rhythmuseinlagen mögen zwar bekannt vorkommen, werden aber mit viel eigener Energie vorangetrieben. Die gezauberte, sehr wutentbrannte Energetik ebbt nie ab und somit kann man eben mit einem enormen Schwung viel Stimmung zaubern. Am dreiteiligen Schlussakkord „Rise“, „And“, „Fall“ werden sich die Geister scheiden. Gerade der erste, neun Minuten lange Teil spielt mit melodischem Dickicht, dezent proggigen Untertönen und Klargesang. Letzteres gehört klar zu den Schwächen der Steirer, normalerweise shoutet Wolfgang Fleck, doch die Clean-Vocals stammen von Bassist Chris Kerschenbauer, der den Thrash seiner Band zwar um eine weitere Facette bereichert, jedoch beim Gesang keine gute Figur macht. Dass er kein Profi beim Singen ist, hört man leider nur zugut. Live mag der Auftritt zwar Charme haben, doch auf CD gebannt klingt der Versuch unglücklich.

Vorschaubild
Night Falls Last - Fear The Machine (DEATHWALKER, 2014)

Die wütende Bestie mit Namen „Night Falls Last“ kennt keine Rast oder Ruh und nonstop wird das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt. Produktionstechnisch, wie auch die Stimmung der einzelnen Neo-Thrash Granaten stehen für sich, doch wie so oft im Leben besitzt auch „Deathwalker“ seine Schattenseite, diese zeigt sich vor allem dann, wenn das Sextett etwas vom Gas geht, sich ausschweifenden, fast schon progressiven, Passagen hingibt und den Sampler sprechen lässt. Grundsätzlich ist auch gegen diese Vorgehensweise nichts zu sagen, doch im Fall von „Night Falls Last“ zündet diese schlicht und einfach nicht. „Rise“ überrascht mit Piano-Melodien und ist generell der vielseitigste der Langrille. Mit einigen moderneren Rock-Elementen grenzt sich das neunminütige Wunderkind von seinen zehn Brüdern ab. „Deathwalker“ ist im grossen und ganzen ein Thrash-Album, das mit einigen Ausflügen insbesondere zum Ende hin auch als Melodic Death eingestuft werden kann. Dazu tragen nicht zuletzt die Keyboard-Leads sowie der Klargesang bei.

Night Falls Last - Band

Trotz einiger Unstimmigkeiten ist „Deathwalker“ ein grundsolides Album und ein ordentliches Fundament für weitere Veröffentlichungen. Die Einflüsse der Band liegen ohne Zweifel bei Bands wie „Lamb Of God“ und „Machine Head“. Etwas mehr Kompromisslosigkeit hätte dem Werk allerdings keinesfalls geschadet. Desweiteren ist der Mix des Silberlings hier und da nicht ganz rund, die Keyboardklänge sind nämlich weitestgehend unauffällig. „Night Falls Last“ stehen für einhundert Prozent Metal und „Deathwalker“ ist ein Thrash-Release, der jedoch nicht nur für eingefleischte Genre-Fans ein Muss ist, sondern seine Fühler in alle möglichen Himmelsrichtungen streckt. Ein richtig tolles Neo-Thrash Potential dass sich hier entfaltet. Trotz vieler Einflüsse und Elemente bietet man viel Eigenständigkeit und bringt diese meiner Meinung nach bestens zur Geltung. „Deathwalker“ ist ein sehr gutes Debütalbum, dass sich lohnt anzuhören und zu unterstützen. Mit beherztem Einsatz wuchten sich die sechs Steirer durch 51 sympathische, nicht immer leichte, dabei stets kreative und ambitionierte Minuten. Hört es euch selbst an, macht euch euer eigenes Bild und ihr werdet bestimmt nicht enttäuscht!

Kleiner Tipp am Rande: Nehmt beim durchhören unbedingt die Lyrics zur Hand! Die Texte sind genauso gelungen wie die Songs selbst. Hierbei ist mein klarer Favorit „Fall“, grossartige Idee und beeindruckend, wie lediglich durch die Vocals der Konflikt zwischen dem Deathwalker und dem herrschenden Tyrannen deutlich wird! Aber wie erwähnt, hört selbst rein und macht euch euer eigenes Bild!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Invasion
  2. Fear the Machine
  3. Detonate
  4. A Call from Inferno
  5. Shootout
  6. Deathwalker
  7. Start to Breathe
  8. The Bitter Taste of Disease
  9. Rise
  10. And
  11. Fall

No review found! Insert a valid review ID.

Album Review: Teufelskreis – Spuren der Vergangenheit

Die Band „Teufelskreis“ aus Wien treiben seit dem Jahre 2008 hauptsächlich im österreichischen Raum ihr Unwesen und veröffentlichten drei Alben in Eigenregie. Die Band dürfte einigen bereits von gemeinsamen Auftritten mit „Megaherz“ oder „Eisregen“ bekannt sein. Mit „Spuren der Vergangenheit“ legen die Heavy-Rocker ihr im Jahr 2009 im Eigenvertrieb erschienenes Debütalbum neu auf. An sich auch eine gute Idee, da man hier quasi „jungfräulich“ an eine Band herangehen kann, die bereits seit einiger Zeit existiert. 2009 kam das Album auf den Markt und war inzwischen natürlich längst vergriffen. Über das Label NRT Records kommt die Scheibe nun abermals auf den Markt und wenn man die Platte mit dem ebenfalls neu aufgelegten Album „Lust Frust“ vergleicht, merkt man sehr schnell, dass „Spuren der Vergangenheit“ deutlich metallischer ist als der Nachfolger.

Teufelskreis – Spuren der Vergangenheit

Irgendwann im Jahr 2008 gründete der von „Sunterra“ bekannte Friedl Schütz eine neue Band mit dem Namen „Teufelskreis„. 2009 erschien dann im Eigenvertrieb dieses erste Opus, welches wie erwähnt nun neu aufgelegt wurde. Das Album der Düsterrocker bietet eine geballte Mischung aus Neuer Deutscher Härte, Heavy-Rock und Metal und legte den Grundstein für all das, was die Band in den nächsten Jahren ausmachen sollte. Der Silberling umfasst insgesamt 10 Songs plus Bonusmaterial, wie eine Radio Version und einen Remix mit harten Beats. „Spuren der Vergangenheit“ hat zwar wenig Höhepunkte, bringt jedoch durchweg eine ordentliche Leistung mit sich. Hier hat man ganz auf aufwendige Schnörkel verzichtet und es scheint, als hätte man die sehr textlastige Basis ausgebaut, um die Hard Rock-Songs teils rhythmisch und teils melodiös darum zu bauen. Die deutschsprachigen Texte sind teils sozialkritisch und teils mitten aus dem Leben gegriffen und so zeigen die Wiener ganz klar auch mal Gefühl ohne dabei kitschig zu werden.

Teufelskreis Band

Der erste Song des Albums „Zerrissen“ wirkt auf mich genau so, wie es der Titel schon offeriert. Das Gefühl dahinter wird gut transportiert und mit Ronny Platzer, haben „Teufelskreis“ die Rockröhre schlecht hin am Mikro. Sein Gesang geht in Mark und Bein. Selbst die Gitarrensolos von Friedl Schütz reissen den Hörer mit und der Song wird durch die satten Drums förmlich ins Gehirn geprügelt. „Leben“ ist nicht minder leise und kommt ohne eine Einleitung daher, denn hier drückt die Band sofort wieder aufs Gas. Der Song überzeugt durch einen geilen Refrain der Mitsing-Charakter besitzt. Die eingesetzten Keyboards lassen das ganze düster erscheinen und der Song besitzt einen gewissen Groove und hämmernde Beats. Der Song „Verloren“ kommt zu Anfang etwas schwächer rüber und will zunächst nicht so ganz zünden. Irgendwie wirkt die Nummer unfertig. Macht aber nix, denn im Refrain fängt die Band sich wieder und in der Mitte, wird wieder richtig aufs Gas gedrückt. Immer mehr, muss ich bei der Band an „Oomph!“ oder „Rammstein“ denken. Dies heisst nicht, dass „Teufelskreis“ eine billige Kopie dieser Grössen sind, „Teufelskreis“ besitzen zwar durchaus Ähnlichkeit mit diesen Bands, ihre eigene Identität ist ihnen jedoch unabdingbar.

Vorschaubild
Teufelskreis - Eifersucht (High Quality)

Der Track „Eifersucht“ ist aus meiner Sicht die beste Nummer auf diesem Album. Musikalisch wurde ganze Arbeit geleistet. Ein Song, wie er sein soll. Melodien, Riffs und Umsetzung passen einfach grossartig zusammen und auch der Text erzählt eine Geschichte, wie sie vielen Menschen tatsächlich passiert. Mit „Gefangen“ kriegen wir einen ordentlichen Heavy-Groove und der Refrain ist einfach stark. Die Hook hingegen wirkt etwas krampfhaft, leitet aber den breitbeinigen Refrain ein und so kann auch „Gefangen“ sich retten, hinkt aber im Vergleich zu „Eifersucht“ ein wenig hinter her. Mit „Ein Leben lang“ geht es beinhart weiter und „Verlorenes Spiel“ verströmt einen gewissen Flair, ist aber etwas zu lange auf demselben Riff aufgebaut. Der Sound wirkt ein wenig langatmig und kann hinsichtlich des Arrangements nicht ganz punkten, im Anbetracht des Textes jedoch schon. Die obligate Ballade gibt es mit „Im Angesicht“, hier wird körperliche Gewalt an Kindern, Kriege und Not anprangert. Dies aber nicht auf eine peinliche Art und Weise, sondern es wird schlichtweg die Wahrheit ausgesprochen. Die seichte Seite des Tracks weicht ab Mitte des Songs der gewohnten Heavyness und wird so zur Powerballade mit Ohrwurmcharakter.

Teufelskreis Logo

Mit „Schein Tod“ geben „Teufelskreis“ wieder richtig Gas und dass mit einer in Mark und Bein gehenden Energie. Mal wieder sind die Lyrics wirklich gut und bringen alles einfach glaubwürdig rüber. Der Song „Vorbei“ beschreibt das Ende einer Beziehung zwischen zwei Menschen. Dieser Song ist eine Heavy Nummer vom feinsten und auch am Text gibt es nichts zu nörgeln. Der Track rockt und ist ein guter Ausstieg aus dem Erstlingswerk der Wiener Combo. Die Bonustracks „Eifersucht“ als Radio Edit ist eine etwas gekürzte Fassung des oben genannten Titels und der Dance Remix von „Ein Leben lang“ lassen wir mal so stehen und ist sicher eher was für Clubs. „Spuren der Vergangenheit“ tritt einfach in den Arsch, auch wenn hier nicht alle Songs den gleichen hohen Standard erreichen, kann man schon von einem mitreissenden Album sprechen, denn spätestens jede zweite Nummer zieht die Aufmerksamkeit wieder auf sich. Manchmal packt einen der Text, manchmal ein Riff. „Teufelskreis“ sind 2009 bei weitem weniger eingefahren als bei der nächsten Platte. Klar bedeutet das auch eine weniger ausgeprägte Identität, aber das Markenzeichen der Band ist ja hauptsächlich der Gesang und der drückt seinen Stempel mächtig auf.

Vorschaubild
TEUFELSKREIS - Leben

„Spuren der Vergangenheit“ ist aus meiner Sicht das beste Album der Band. Hier wollte man noch einfach Musik machen, die einen gewissen künstlerischen Anspruch hat und dass ist auch gelungen. Schnörkel hat man sich erspart und auch zu viele Stilexperimente braucht hier niemand zu fürchten. Themen, wie das Hinterfragen des eigenen Schicksals und die Aussichtslosigkeit der Situation, schwingen spürbar durch das gesamte Album. Jeder Song für sich schafft es, das jeweilige Gefühl zu transportieren, doch wirken die Songs trotz der eingehenden Refrains und Texte – oder gerade deswegen, ein wenig zu einheitlich. Mir hätte etwas mehr Abwechslung beim Songaufbau gefallen, obwohl ich zugeben muss, dass durchaus etwas hängen bleibt. „Teufelskreis“ liefern mit „Spuren der Vergangenheit“ eine solide deutschsprachige Scheibe ab, die sowohl für Metalfans, Deutschrock Fans, Heavy Fans im allgemeinen und auch Fans der Neuen Deutschen Härte zu empfehlen ist. Besonders Freunde von Bands wie „Rammstein“, „Megaherz“, „Oomph!“ und in gewisserweise auch „Eisbrecher“ werden ihre Freude haben. Die wenigen schwachen Momente sind verzeihlich und selbst traditionelle Metalfans sollten sich die Jungs ruhig mal anhören!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Zerrissen
  2. Leben
  3. Verloren
  4. Eifersucht
  5. Gefangen
  6. Ein Leben lang
  7. Verlorenes Spiel
  8. Im Angesicht
  9. Schein Tod
  10. Vorbei
  11. Eifersucht (Radio Edit)
  12. Ein Leben lang (Dance Remix)

No review found! Insert a valid review ID.

Album Review: The Jury and the Saints – The Jury and the Saints

Monster Rock aus Aotearoa erwartet uns mit den neuseeländischen Punkrockern von „The Jury and the Saints„. Die bevorstehende Veröffentlichung „The Jury and the Saints“ folgt auf das 2010 erschienene Debütalbum „Daydreams“ und die 2011 veröffentlichte EP „Revival“. Nach der EP „Freedom Fighter“ (2013) und der Teaser Single „Focus“ (2014) ist die Zeit nun reif für das erste offizielle Studioalbum der Neuseeländer. Was für andere in diesem Genre schwierig ist, schaffen „The Jury and the Saints“ und kennzeichnen ein Album mit ihrem eigenen Sound, der fern vom Mainstream fett im Ohr hängen bleibt.

The Jury and the Saints - The Jury and the Saints

Die Band bestehend aus Jesse Smith (Guitar, Vocals), Ivan Beets (Bass), Marty Kroon (Drums) und Rowan Crowe (Guitar) setzt bereits zu Beginn ihrer Karriere zum Höhenflug an, denn ihre 2012er Single „Revival“ stieg direkt auf Platz 1 in die Neuseeländischen Single Charts ein, die gleichnamige EP war auf Platz 4. So konnte „The Jury and The Saints“ den Support für Paramore auf ihrer 2010er Tour durch Neuseeland gestalten und wurden zugleich für deren Australien Tour im darauf folgenden Jahr engagiert. „Als Band haben wir unsere Ideen immer schnell eingefangen, die treibende Kraft eines Songs oder einer Live-Show soll der anfängliche kreative Funke sein – so auch auf diesem Album“, beschreibt Bassist Ivan Beets die Herangehensweise an die Aufnahmen.

Vorschaubild
THE JURY AND THE SAINTS "Freedom Fighter" lyric video

„Wir haben uns voll und ganz auf das Material konzentriert und versucht so viel Energie und Persönlichkeit wie möglich hineinzustecken. Anstatt lange zu diskutieren wurden Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen. Es ging uns nicht darum ein technisches Album zu machen, es ging darum unsere Live Energie auf Platte zu bringen. Wir wollen Musik machen die Menschen bewegt und sie zum Singen animiert. Musik die verbindet, weil sie ehrlich ist.“ so Beets weiter. So kann man den ersten Song „Start Moving“ des Albums auch gleich als Aufforderung verstehen, sofern man denn dazu aufgefordert werden muss, sich zu bewegen und nicht bereits zum Takt abgeht.

The Jury and the Saints - Band

Der punkige Rock der Neuseeländer reisst sofort mit und das Headbangen und Gestampfe der Beine lässt erst allmählich nach, nachdem der letzte Ton des 12. Liedes verstummt ist. Passend dazu nennt sich der letzte Track auch „Make Our Mark“. Dies taten die Herren mit diesem musikalischen Werk auch. Gerade in diesem Genre ist es unglaublich schwierig herausstechend im Ohr zu bleiben. Doch wer eine Scheibe schafft, die sich so individuell im Alternativen behaupten kann, braucht sich da keine Gedanken machen. Auf der gleichnamigen Platte lassen es „The Jury and the Saints“ schlicht und einfach ordentlich krachen. Ein Ohrenschmaus für Punkrock-Fans!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Vorschaubild
FOCUS Music Video HD 720p

Tracklist:

  1. Start Moving
  2. Fever
  3. Focus
  4. Monday Morning
  5. Freedom Fighter
  6. Knocking On The Devils Door
  7. City Lights
  8. Bust The Radio
  9. Last Time
  10. Brand New
  11. Last Mistake
  12. Make Our Mark
Album Review: The Jury and the Saints - The Jury and the Saints
8.1 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität8
Tempo8.5
Musikalische Fähigkeiten8.5
Gesang8
Songtexte8
Substanz8
Produktion9
Langlebigkeit7
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: UFO – A Conspiracy Of Stars

Die britischen Rockveteranen UFO kommen diese Tage mit ihrem 22. Studioalbum um die Ecke. Eine der britischsten Rockbands der Musikgeschichte hat erstmals seit über 20 Jahren wieder ein Studioalbum in ihrer Heimat England aufgenommen. Das Werk heisst „A Conspiracy Of Stars“ und um eins gleich vorweg zu nehmen: Grosse Überraschungen enthält das Teil nicht. Die Band atmet textlich und stilistisch exakt jene englische Souveränität, für die diese Band seit mehr als 45 Jahren bekannt ist. Ein starkes Stück Musik, das sich über elf neue Songs erstreckt und all das in sich vereint, wofür die Gruppe um Frontmann Phil Mogg steht: kernige Riffs, markante Hooks, abwechslungsreiches Songwriting, intelligente Texte und eine generell abgeklärte Grundhaltung, wie man sie seit je her von UFO kennt.

UFO - A Conspiracy Of Stars

Sie haben sich noch mal aufgerafft, mit dem 22. Studioalbum Namens “A Conspiracy Of Stars” setzen die britischen Rocker UFO ihrer schon fast unglaublichen Liste an produzierten Alben noch eines drauf und wie schon auf den Vorgängerscheiben wird mit dem Album grundsolider Classic Rock im modernen Soundkleid geliefert. Mit dem Longplayer stellen UFO erstmals auch ihre aktuelle Besetzung vor: Neben den Originalmitgliedern Phil Mogg (Gesang), Paul Raymond (Keyboards, Gitarre) und Andy Parker (Schlagzeug) sowie dem bereits seit 2004 fest zur Gruppe zählenden Leadgitarristen Vinnie Moore gehört seit 2012 auch der amerikanische Bassist Rob De Luca zur Band. De Luca ist nicht nur ein glänzender Instrumentalist, sondern hat auch als Songschreiber gleich zwei Stücke zum neuen Album beigesteuert. Der Grossteil des neuen Materials stammt von Vinnie Moore, zudem gibt es auch einen Song von Paul Raymond sowie eine Kooperation zwischen Raymond und De Luca. Sämtliche Texte wurden wie immer von Frontmann Phil Mogg verfasst.

UFO - Band

Die Tatsache, dass „A Conspiracy Of Stars“ von Chris Tsangarides (Judas Priest, Thin Lizzy, Gary Moore, u.a.) produziert und gemischt wurde, kann man zudem als weiteres entscheidendes Mosaikteilchen einer in sich stimmigen Veröffentlichung betrachten. Das alles reicht kreativ allerdings nicht an die Klassiker aus den Zeiten mit Michael Schenker heran. Sound und handwerkliches Können der Beteiligten sind aber über jeden Zweifel erhaben und die Band bietet auf der Platte einige echte Knaller wie den Opener „The Killing Kind“ oder den originellen Quasi-Reggae „The Real Deal“. In der Breite fehlen den Kompositionen allerdings ein wenig die Höhepunkte, ohne dass es echte Ausfälle gäbe. 50 Minuten darf man der Rock/Hard Rock-Show von UFO beiwohnen und die Scheibe zeigt, wie man Vergangenheit und Gegenwart zu einer homogenen Einheit verschmilzt.

Vorschaubild
UFO · "A Conspiracy Of Stars" Teaser

UFO pressen nach mehr als 45 Jahren Erfahrung sehr homogene und massive Arrangements auf den Rohling. Die Melodien sind eingehend und setzen sich sofort fest und die Riffs sind kernig und die Drums knackig. Auch diesmal wieder beweist Mogg seine Fähigkeiten als präziser Beobachter der menschlichen Spezies. Der Brite ist trotz seiner Ausnahmestellung im internationalen Rock’n’Roll-Business ein Mann des Volkes geblieben. Mogg sympathisiert mit der Arbeiterschicht Englands, hier sind seine Wurzeln, zu diesen Menschen fühlt sich der UFO-Sänger nach wie vor hingezogen. Man hört diese Herkunft in seinen Songs, seinen Texten, die bei allem Wortwitz und bewusster Doppeldeutigkeit stets seine unbedingte Bodenhaftung aufzeigen.

UFO - Band

Seit 1969 mischen die Herren nun schon mit im Geschäft und Tsangarides war bereits als 14jähriger Praktikant mit im Studio, als UFO 1970 in England ihr Debütalbum UFO 1 produzierten. Ihr neuestes Werk ist ein Output sondergleichen. „A Conspiracy Of Stars“ verfügt über ein sehr abwechslungsreiches Songwriting und somit kommt nie Langeweile auf. Geschickt verbauen sie das eine oder andere Solo und machen die komplette Platte sehr rund und mehr als hörbar. Elf Tracks voller Hörgenuss und insgesamt gewinnen Mogg & Co das Kräftemessen mit den gesammelten Ex-Bandkollegen „House of X“ – vorher bekannt als X-UFO – die eine stilistisch ähnliche Scheibe am Start haben. „A Conspiracy Of Stars“ ist ein grossartiges Album geworden, die Tour zum Album für das Frühjahr 2015 ist bereits fest gebucht und UFO sind bestens gewappnet, das mittlerweile 22. Kapitel ihrer Laufbahn aufzuschlagen. Respekt!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. The Killing Kind
  2. Run Boy Run
  3. Ballad Of The Left Hand Gun
  4. Sugar Cane
  5. Devils In The Detail
  6. Precious Cargo
  7. The Real Deal
  8. One And Only
  9. Messiah Of Love
  10. Rolling Rolling
  11. King Of The Hill (Bonus Track)
Album Review: UFO - A Conspiracy Of Stars
9 Total
9.9 Besucherwertung (3 votes)
Originalität8.5
Tempo7.5
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang9.5
Songtexte9.5
Substanz9
Produktion9.4
Langlebigkeit8.5
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Megora – Burning Empire

Gut Ding will Weile haben. Nach langer Abwesenheit kehren Megora mit ihrem zweiten Full-Length Album „Burning Empire“ zurück, um an die Erfolge früherer Tage anzuknüpfen. Seit 1990 brachten die Schweizer ein Album und zwei EPs raus und waren bereits mehrfach auf Tour mit namhaften Acts wie Overkill und Metal Church, doch trotz der Tourneen ist es aber nie was richtig Grosses geworden. Nach 25 Jahren Band-Geschichte verstehen Megora ihr Handwerk besser, als je zuvor. Mit unbeirrbaren Enthusiasmus wird nun „Burning Empire“ auf den Markt geschmissen und gerne würde ich das Teil abfeiern und so ein wenig zum Erfolg beitragen, doch leider reisst der Silberling mich nicht vom Hocker.

Megora - Burning Empire

In den ersten Jahren nach der Bandgründung konnten die Jungs sich einen exzellenten Ruf erspielen und durften bereits mit einigen Szenegrössen die Bühne teilen. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich auch der Gig auf der „70.000 Tons of Metal Cruise“. So verwundert es auch nicht, dass dem neuen Album von Beginn an eine gewisse Routine und spielerische Sicherheit anzuhören ist. Die Basis klingt zunächst vielversprechend, zwischen Heavy und Thrash angesiedelt mit einer dazu passenden Stimme. Der Opener „These Are The Things We Hate“ beweist eindrucksvoll, dass die Schnittmenge von Heavy und Thrash Metal funktionieren kann. Mit „New Approach“ wird dem Sound eine gewaltige Ladung Groove hinzugefügt, bevor der Titeltrack als Mitgröhl-Granate um die Ecke kommt.

Megora_Band

Was die Mannen um Sänger und Gitarrist Peter „Piotr“ Sommer fabrizieren ist handwerklich solide und weiss stellenweise auch zu gefallen. So geht der Track mit dem denkwürdigen Namen „=“ steil nach vorne, aber auch „Countdown To Black“ hat mit seinen Hard Rock Einflüssen seine guten Momente. Soundtechnisch sind Megora sehr breit aufgestellt und vereinen Hard Rock, akustische Intermezzos („Born To Pay“) und puren Thrash („Felskinn“). Hier und da wünscht man sich eine Schippe mehr Experimtierfreude im Songwriting, jedoch kommt zu keinem Zeitpunkt wirklich Langeweile auf, sondern jeder Song weiss auf seine Art zu unterhalten.

Vorschaubild
MEGORA Burning Empire

Am besten gefallen mir Megora wenn sie schnell und ohne Schnörkel auf den Punkt kommen. Die treibenden Riffs sind direkt und ziemlich fett, dazu gute Soli, zwischendurch Akustikpassagen und die kräftige Stimme von Sänger Piotr runden die Sache ab. Mir persönlich wäre etwas mehr Experimentierfreude und Mut zur wirklichen Abwechslung willkommen gewesen, so wie es mit dem thrashigen „Felskinn“ durchaus gelungen ist. Die Songs im mittleren Tempobereich sind zu ausdruckslos und verblassen dadurch recht schnell. „Burning Empires“ krankt auf Dauer an einer allgegenwärtigen, unterschwelligen Grunge-Trübseligkeit, der mehr Variation in Tempo und Heaviness gut getan hätte. Auch in Sachen Produktion gibt es leider Abzüge. Der Gesang und die Saitenfraktion sind durchaus gut abgemischt, aber die Drums klingen teilweise zu blechern und sind etwas zu dominant. Neue Akzente können die Schweizer leider nicht setzen. Insgesamt liefern Megora ein ordentliches Album ab. Fans von klassischem Heavy/Thrash Metal werden definitiv Gefallen an „Burning Empire“ finden und wenn an den Schwächen gearbeitet wird ist beim nächsten Album (das hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt) einiges drin!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. These Are The Things We Hate
  2. New Approach
  3. Burning Empire
  4. Countdown To Black
  5. Lost Children
  6. Mirrored Eyes
  7. =
  8. Born To Pay
  9. Felskinn
  10. Broken Wings
  11. Modern Nation
  12. Bad Karma
Album Review: Megora - Burning Empire
6.6 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität6
Tempo7
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang9
Songtexte7
Substanz6
Produktion5
Langlebigkeit4
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Night Demon – Curse Of The Damned

Das Album „Curse Of The Damned“ lässt einem an die frühen Tage des NWoBHM erinnern, denn „Night Demon“ aus dem sonnigen Kalifornien tönen darauf von Beginn an wie eine britische Bombe aus dem Jahre 1981 und klingen zu fast 100% nach dem New Wave of British Heavy Metal-Sound, wie ihn einst Kultgruppen wie „Diamond Head“ oder „Jaguar“ machten. Mit einem Fuss im klassischen Hardrock, mit dem anderen in der Energie des Punk stehend, spielt man sich durch kräftige, nicht selten speedige Songs mit jeder Menge Power, die auf der anderen Seite aber auch melodisch sind. Die Band schafft es so authentisch wie nur wenige, den urwüchsigen Sound Englands um 1980 in die Gegenwart zu transportieren. „Curse of the Damned“ ist mehr als Musik, es ist ein Gefühl, eine Message vermittelnd, welche von Rebellion und Eigenständigkeit erzählt, vom Anderssein und von einer Gemeinschaft, die die Zeiten überdauern wird. Kurzum: Es ist die Geschichte des Metals!

Night Demon - Curse Of The Damned

Das Metal-Trio „Night Demon“ stammt aus Ventura, einer Stadt nördlich von Los Angeles, besteht aus Sänger/Bassist Jarvis Leatherby, Gitarrist Brent Woodward und Schlagzeuger Dusty Squires. Die Band ist erst seit 2012 aktiv und blickt bisher auf eine selbst betitelte EP zurück, welche den Untergrund bereits in Wallung brachte. Hier werden Leidenschaft und das Ausleben des Sounds gross geschrieben. Die Band vereint die musikalischen Visionen aller drei Mitglieder mit Einflüssen, die von Grössen des Old-School-Metals wie „Iron Maiden“, „Metallica“, „Diamond Head“, „Angel Witch“, „Riot“ und „Saxon“ bis zur Punk-Legende „The Misfits“ reichen. Obwohl „Night Demon“ diese Wurzeln stolz präsentieren, findet man ebenso moderne wie zeitgemässe Attitüden in ihren Songs. Die Platte bietet dann auch, was die EP versprach: Elfmal kräftigen Traditions-Metal, bei dem sich in so manchem Klischee gesuhlt wird. Das macht zweifelsohne Spass, selbst wenn man diese Art von Musik schon oft gehört hat.

Night Demon

Mit dem Upspeedtrack „Screams In The Night“ legen sie nun auf „Curse Of The Damned“ los, um ihre Erfolgsgeschichte weiter zu schreiben. Einzelne Songs muss man nicht hervorheben, denn so etwas wie Durchschnitt gibt es auf diesem Album nicht, egal welches Tempo sie anschlagen. Melodischer, rauer Gesang, ebensolche, zweistimmige Gitarren und eine gesunde Prise Punk, zusammengehalten von einer natürlichen, direkten Produktion. „Night Demon“ versammelt auf „Curse Of The Damned“ eine ganze Reihe erstklassiger Hits, jeder davon mit einem eingängigen Refrain, den man gerne immer wieder hört. Das geht mit „Screams In The Night“ los, setzt sich im epischeren Titelsong fort und wird von den flotten „Satan“ und „Full Speed Ahead“ weitergeführt. Anschliessend wird mit einem kurzen atmosphärischen Intro und schleppendem Riffing „The Howling Man“ angekündigt, der dann jedoch recht schnell in ein zügiges Midtempo wechselt.

Vorschaubild
Night Demon - Curse Of The Damned

Jarvis Leatherby Vocals verzichten auf plumpes Geschrei und transportieren jede Menge Leidenschaft und Melodie. Die elf Nummern klingen so was von echt und original, dass es kaum zu glauben ist, dass der Silberling aus diesem Jahr stammt. Das coole Diamond-Head-Worshipping, man höre den Gesang (!), in „Livin‘ Dangerous“ passt einfach wie Arsch auf Eimer und der Midtemposong „Save Me Now“ geht schon fast als Powerballade durch. Ein schön stählern nagelnder Bass und fette Riffs werden von einer breiten Produktion gut herausgestellt. Ein geiles Riff jagt das nächste und zusammen mit starken Soli mit Flair der Gründerzeit haben „Night Demon“ tonnenweise Feeling der New Wave Of British Heavy Metal.

Night Demon Logo

Der eine oder andere mag nun diese Band unoriginell oder altbacken finden, aber an einem Album, das so klingt, als wäre es 1982 aufgenommen und 2015 wiederentdeckt worden, geht diese Kritik locker vorbei, zumal „Curse Of The Damned“ den Vergleich zu den stilistischen Vorbildern zu keiner Zeit scheuen muss. Die coole Stimme, die coolen Riffs und die melodischen Refrains klingen harmonisch, aber genau so dreckig und punkig, wie es eben sein muss und da kann man auch mal darüber wegsehen, dass sich im Laufe der elf Songs dann und wann eigentlich doch ein- und dieselben Songideen und Riffs breit machen. Das macht aber nichts, weil die Scheibe einfach total frisch und unverbraucht klingt. Für Old-School Metalheads ist „Curse Of The Damned“ ein absolutes Freudenfest und nicht zuletzt durch Songs wie dem Titeltrack, das amtliche „Mastermind“, das räudige „Killer“ oder „Heavy Metal Heat“ haben sich die drei Jungs einen Platz in meinem Metal Herzen erkämpft. So kann man das Debüt als gelungen bezeichnen.

Night Demon

„Night Demon“ bedienen im Handumdrehen alle notwendigen Attribute, die das Erbe von Titanen wie „Diamond Head“, „Angel Witch“ oder den „Tygers of Pan Tang“ verlangt. Die Musik spricht für sich und „Curse Of The Damned“ bohrt sich mit jedem Durchlauf tiefer ins Hirn. Ein paar Ideen mehr und die nächste Scheibe der Amis wird endgültig ein Killer mit Höchstnote! Man kann förmlich fühlen wie viel Herzblut das Trio in das Album gesteckt hat. Hier wirkt nichts aufgesetzt, weil es gerade „in“ ist traditionellen Heavy Metal zuspielen. „Night Demon“ sind authentisch und macht über die gesamte Distanz alles richtig. Das Songwriting ist abwechslungsreich und die Jungs wissen genau, wann sie das Tempo drosseln, bzw. anziehen müssen. Gitarrist Brent Woodward hat ein feines Gespür dafür, wann er sich in den Vordergrund spielen kann und wann er sich zurück halten muss. Ausfälle gibt es auf “Curse Of The Damned” nicht zu beklagen – hier stimmt von der Produktion über das Cover bis zum Songmaterial einfach alles. Dieses Album wäre auch in der Hochzeit der NWoBHM ein echter Kracher gewesen und Fans der Spielart sollten sich das Teil keinesfalls entgehen lassen. „Night Demon“ legen die Messlatte für alle folgenden Veröffentlichungen in diesem Jahr qualitativ verdammt hoch. Also Freunde, Geldbörsen gezückt, hier kommt das neue Evangelium der NWoBHM!

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Screams In The Night
  2. Curse Of The Damned
  3. Satan
  4. Full Speed Ahead
  5. The Howling Man
  6. Heavy Metal Heat
  7. Livin‘ Dangerous
  8. Mastermind
  9. Run For Your Life
  10. Killer
  11. Save Me Now
Album Review: Night Demon - Curse Of The Damned
9.6 Total
0 Besucherwertung (0 votes)
Originalität9
Tempo10
Musikalische Fähigkeiten10
Gesang10
Songtexte9
Substanz10
Produktion10
Langlebigkeit9
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Album Review: Alpha Tiger – iDentity

Ausgerechnet mit der Europahymne beginnen die Freiberger „Alpha Tiger“ ihr neues Album, aber sei’s drum, der Fünfer scheint nun mit „iDentity“ seine eigene Identität gefunden zu haben. Mit dem dritten Album will man endlich so klingen, wie man es schon immer wollte. Waren Debüt und Nachfolger irgendwo zwischen „Iron Maiden“ und „Queensryche“ angesiedelt – was in den Fankreisen äusserst gut ankam – klingen „Alpha Tiger“ auf „iDentity“ nach „Alpha Tiger“. Die Band nennt das selbst: „die Komfortzone verlassen“ und besser kann man es kaum umschreiben, denn hier wird deutlich mehr richtig als falsch gemacht. „Alpha Tiger“ haben ihre eigene DNA gefunden.

Alpha Tiger - iDentity

Wenn man beim vorliegend Silberling unbedingt Querverweise ziehen möchte, kann man noch die Queensryche-Frühphase einbeziehen, als die Seattle-Metaller tatsächlich noch Metal gespielt haben. Auch erinnern die Vocals von Stephan Dietrich an Edguy, was aber sicherlich nicht die schlechteste Kritik ist. Der Frontmann ist derjenige, der offensichtlich am meisten an sich gearbeitet hat und so sattelfest singt wie noch nie, trotz permanentem Agieren in den höchsten Tonlagen. Kryptisch umschreiben lässt sich das Ganze als melodiengetriebener Metal, der sowohl spieltechnisch als auch kompositorisch die Grenzen zum Progressive Metal stets im Blick hat, aber nie überschreitet. „Alpha Tiger“ sind Dirk Frei (Bass), David Schleif (Schlagzeug), Alexander Backasch (Gitarre), Peter Langforth (Gitarre) und Stephan Dietrich (Gesang).

Alpha Tiger

Bereits zum Beginn zeigt man eindeutig, dass man sich nicht mit halben Sachen zufrieden gibt. Der Opener „Lady Liberty“ wurde bereits im Februar 2014 als eigenständige Single veröffentlicht und schon damals machte man deutlich, dass man dabei ist, seinen eigenen Stil zu entwickeln. Ein sehr gelungener Auftakt. Das folgende „Scripted Reality“ glänzt durch sozialkritischen Text und etwas komplexeren Songstrukturen, doch leider fehlt etwas von der Spritzigkeit und Explosivität, die man bei „Lady Liberty“ noch bekommen hat, die Riffs treffen aber voll ins Schwarze. Musikalisch hat man sich gefunden, die Jungs sind textlich gereift und versuchen heutige Missstände aufzuzeigen, statt Klischees zu bedienen.

Vorschaubild
Alpha Tiger - Lady Liberty (Official)

Mit eher experimentellen Stücken wie „Long Way Of Redemption“, dass mit Kastanietten sowie Keyboards und Synthesizer daher kommt, „We Won’t Take It Anymore“, dass mehrstimmigen Passagen enthält und „Closer Than Yesterday“, versucht man sich zu emanzipieren. „Shut Up & Think“ mit Speed-Metal-Attitüde und „Revolution In Progress“ mit seinem treibenden Anfang sind mitreissende Power-Hymnen und „This World Will Burn“ ist ein Midtempo-Kracher wie er im Buche steht. An den Stärken vergangener Veröffentlichungen hat man nicht nur festgehalten, man hat sie ausgebaut! Die Riffs sind noch verspielter, die Refrains sind noch eingängiger und grosszügig mit Gangshouts und Mehrstimmigkeit angereichert und das Alleinstellungsmerkmal, die Stimme Stephan Dietrichs, rückt noch mehr in den Vordergrund.

Alpha Tiger

Im Vergleich zum Vorgänger klingt „iDentity“ kompakter und mehr auf den Punkt gespielt. Anspruchsvoll arrangiert, aber jederzeit die Melodie als Ausgangspunkt, versehen mit sozialkritischen Texten, die Bands der 80er- und 90er-Jahre in nichts nachsteht. „Alpha Tiger“ schaffen es, sowohl rasante, lupenreine Metal-Songs zu kreieren, lässig intensive Midtempo-Hits wie den Titeltrack oder den Ohrwurm „We Won’t Take It Anymore“ aus dem Ärmel zu schütteln oder durch eine im Bandkontext eher ungewöhnlich arrangierte Powerballade („Closer Than Yesterday“) zu begeistern, ehe mit dem fast siebeneinhalb Minuten langen und abwechslungsreichen „This World Will Burn“ das Album abgeschlossen wird.

Alpha Tiger

War bei den bereits veröffentlichten Alben immer der grösste Kritikpunkt, dass die Ursprünge und Einflüsse der Band zu offensichtlich das eigene Material formten, hat man nun nach drei Jahren einen eigenen Stil, eine eigene Identität entwickelt. „iDentity“ ist produktionstechnisch auf dem neuesten Stand, Tommy Newton (welcher bereits Helloween’s legendäre „Keeper“-Alben produzierte) hat der Scheibe einen klaren, druckvollen, aber auch charmant-retro-orientierten Sound verliehen. Im Vergleich zum naiv-charmanten Debüt und „Beneath The Surface“ wirkt der Sound ein ganzes Stück direkter und letztendlich auch wesentlich professioneller und zeigt, wie sich die Band mit unglaublicher Rasanz und Qualität weiterentwickelt hat. Man merkt sofort, dass man, was das Schreiben von Songs betrifft, einiges dazugelernt hat.

Vorschaubild
ALPHA TIGER - We Won`t Take It Anymore (official video)

„Alpha Tiger“ sind immer noch „Alpha Tiger“, jedoch wirkt das neue Album wesentlich reifer und ausgeklügelter. An den Stellen, in welchen die Vorgänger noch zu aufgewühlt, zu unstrukturiert und zu energiegeladen waren, setzt „iDentity“ an. Die Band bündelt auf diesem Album ihre Stärken und zeigt keine erkennbaren Schwächen. „iDentity“ steht für 50 Minuten astreinen Heavy, Power und Speed Metal. Die fünf jungen Sachsen haben es (mal wieder) geschafft und werfen schon früh im neuen Jahr einen Anwärter für das Album des Jahres auf den Markt. Anders aber als beispielsweise Bands wie „Paradise Lost“ oder „Metallica“, die im Laufe ihrer Karriere musikalische Abzweigungen nahmen, an denen sie lieber der Hauptstrasse gefolgt wären, haben sich „Alpha Tiger“ positiv weiterentwickelt. „Alpha Tiger“ verdienen jede nur denkbare Unterstützung, einfach weil sie genau die Musik spielen, die sie lieben. Schon alleine das sollte Argument genug sein, um „iDentity“ seine Lauscher und vielleicht auch seine Kohle zu schenken.

Das Album könnt ihr in unserem Shop kaufen.

Tracklist:

  1. Intro
  2. Lady Liberty
  3. Scripted Reality
  4. Long Way Of Redemption
  5. Identity
  6. We Won’t Take It Anymore
  7. Revolution In Progress
  8. Closer Than Yesterday
  9. Shut Up & Think
  10. This World Will Burn
Album Review: Alpha Tiger - iDentity
8.9 Total
4.9 Besucherwertung (1 vote)
Originalität9
Tempo9
Musikalische Fähigkeiten9
Gesang8
Songtexte9
Substanz8
Produktion10
Langlebigkeit9
Bewertung der Besucher Wie bewertest Du?
Sort by:

Be the first to leave a review.

User Avatar
Verified

Show more
{{ pageNumber+1 }}
Wie bewertest Du?

Seite 3 von 712345...»